über die Greifvogelauffangstation HAGARD
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Im Jahre 2002 schlossen sich einige Falkner in der Kreisjägerschaft Rhein-Sieg e. V. zusammen, um in Not geratenen Greifvögeln zu helfen. Sie gründeten mit Billigung und Unterstützung der im Kreis vertretenen Naturschutzverbände die

Greifvogelauffangstation HAGARD

Bis 2007 investierten die Falkner rund 6730 Pflegetage für ihre gefiederten Schützlinge. In dieser Zeit pflegten sie ehrenamtlich ca. 370 Greifvögel, von denen 240 (65%) erfolgreich ausgewildert werden konnten - 5 Vögel wurden in Dauerpflege abgegeben.

Die Arbeit der Falkner stellt eine wichtige Aufgabe im Bereich des Natur- und Artenschutzes dar.

Zu den ehrenamtlichen Aufgaben gehören u. a.:

  • Abholung der kranken/verletzten Greifvögel im gesamten Rhein-Sieg- Kreis und in den umliegenden Kreisgebieten
  • Die ständige Behandlung /Pflege der verletzten Greifvögel
  • Versorgung der Pflegefälle mit Artgerechter Atzung (Ernährung)
  • Beschaffen von artgerechtem und abwechslungsreichem Futter
  • Fahrten zu Tierärzten (die freundlicherweise die HAGARD teilweise kostenfrei unterstützen – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön)
  • Auswilderung der gesunden Vögel
  • Instandhaltung der Anlagen (Volieren)
  • Information der Finder über den Zustand der Greifvögel
  • Fortbildungsmaßnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit
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Bis in die 1960er Jahre wurden die Greifvögel verfolgt, die chemischen Keulen der Landwirtschaft und vieler Gartenbesitzer gaben ihr übriges dazu (die Eier waren unbefruchtet, oder durch die Einwirkung des Pestizids DDT dünnschalig, sodass sie im Nest zerbrachen). Die Bestände vieler Greifvogelarten haben sich bis heute nicht erholt und stehen auf der „Roten Liste der bedrohten Tierarten“.

Dabei waren und sind ausschlaggebend:

    Störung durch Freizeitaktivitäten
    Lebensraumvernichtung und/oder –veränderung zum Nachteil der Tiere
    Menschliche Verfolgung
    Straßenverkehr und Stacheldraht
    Verluste auf dem Zug und im Winterquartier

Bei uns, im Großraum des Rhein-Sieg-Kreises und Umgebung, kommen folgende Greifvogelarten vor, bzw. wurden in den letzten Jahren mehrfach beobachtet:

(in der Reihenfolge der Häufigkeit)

    Taggreifvögel
    Mäusebussard
    Turmfalke
    Sperber
    Habicht
    Rotmilan
    Wespenbussard
    Rohrweihe
    Wiesenweihe
    Wanderfalke
    Baumfalke
    Nachtgreifvögel
    Schleiereule
    Waldkauz
    Steinkauz
    Uhu
    Sumpfohreule

Sehr selten wurden beobachtet:

    Raufußkauz
    Merlinfalke
    Sperlingskauz
    Fischadler

In den letzten zwei Jahren werden vermehrt beobachtet:

    Altweltgeier (vermutlich wegen Nahrungsmangel in ihren heimischen Gebieten auf der Suche nach neuen Lebensräumen. Durch EU-Verordnung dürfen die Bauern Frankreich und Spanien keine Tierkadaver mehr in der Natur liegenlassen. Diese Kadaver waren die Hauptnahrungsquelle für die Geier).

Alle diese Greifvögel sind als im Bestand gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht eingestuft.